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Die Hofbibliothek Erzherzog Maximilians III. (1558–1618). Analyse und Rezeption.

Autor: Ursula Stampfer

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Die Hofbibliothek Erzherzog Maximilians III. (1558–1618). Analyse und Rezeption.
»Wir beurteilen die geistige Bedeutung einer Landschaft in erster Linie nach den schöpferischen Leistungen, die sie hervorgebracht hat. Neben einer solchen Geistesgeschichte des Produktiven, die stets das erste Wort haben wird, sollte auch die Geistesgeschichte des Rezeptiven nicht vergessen werden.«
Otto Brunner1

Stellt man sich also die Frage nach den geistigen Antrieben von handelnden Menschen, so ist die Kenntnis dessen, was sie »aufgenommen« haben, von größter Bedeutung. Und was eignet sich hierfür besser als die Analyse einer gegebenenfalls vorhandenen Bibliothek? Der Besitz von Büchern impliziert zwar nicht zwingend deren Lektüre – diese kann nur mithilfe von Eintragungen und Marginalien eindeutig nachgewiesen werden –, doch spiegelt eine persönliche Büchersammlung einerseits sicherlich die maßgebenden gesellschaftlichen, kulturellen und geistigen Strömungen einer Zeit wider, andererseits trägt sie aber auch den besonderen Interessen und Vorlieben des Besitzers Rechnung.

In diesem Sinne soll eine Arbeit über die Hofbibliothek Maximilians III. sowohl einen Beitrag zur Bibliotheksgeschichte leisten, deren unmittelbare und aussagekräftige Bereicherung für die Kultur- und Sozialgeschichte, insbesondere für die Geistes- und Bildungsgeschichte, in den letzten Jahrzehnten zunehmend erkannt wurde2, als auch eine Ergänzung zu den bisherigen biographischen Arbeiten zur Person Maximilians darstellen.

Maximilian III. wurde 1558 als vierter Sohn des späteren Kaisers Maximilian II. und der spanischen Infantin Maria, einer Tochter Karls V., in Wiener Neustadt geboren.3 Im Gegensatz zu seinen beiden älteren Brüdern Rudolf und Ernst wurde Maximilian nicht am streng katholischen Hof in Spanien, sondern am Wiener Hof erzogen, wo sein Vater zahlreiche namhafte Gelehrte aus beinahe dem gesamten Europa versammelt hatte. Zu ihnen gehörten u.a. der kaiserliche Leibarzt Pietro Andrea Mattioli aus Siena, der Philologe Justus Lipsius, der protestantische Historiograph Johannes Sambuccus aus Ungarn, der kalvinistisch gesinnte Flame Hugo Blotius und der kaiserliche Gesandte an der Pforte Ogier Ghislain de Busbecq aus Flandern, der von 1566 bis 1574 das Hofmeisteramt der beiden Erzherzöge Matthias und Maximilian bekleidete. Maximilian wuchs also in einem humanistisch geprägten Ambiente auf und erlebte bereits in jungen Jahren die Vielschichtigkeit konfessionspolitischer Realität in Mitteleuropa.

Über den weiteren Bildungsweg des Erzherzogs sind wir leider äußerst schlecht unterrichtet. Ein Universitätsbesuch ist weder in Form eines längeren Aufenthaltes noch im Rahmen einer Kavalierstour belegt. Auch zur Universität Wien sind keine näheren Kontakte bekannt.

Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1576 hatte Kaiser Rudolf II. die Verpflichtung übernommen, aus dem Erbe seine Brüder standesgemäß zu versorgen, so dass der Gedanke an eine Ausstattung mit geistlichen Pfründen nahe lag. Für Maximilian wurde zunächst mit dem Hochstift Münster, kurzfristig mit Bamberg und schließlich mit Salzburg verhandelt. Seit Anfang der 80er Jahre konzentrierte man sich jedoch auf den Deutschen Orden, mit dem sich einerseits dem Haus Habsburg ein illustres Beziehungsfeld im gesamten Reich erschloss, der andererseits aber auch am ehesten den Interessen Maximilians an einer aktiven Teilnahme an den Osmanenkriegen Rechnung trug. Nach massiver gesamthabsburgischer Intervention wurde Maximilian schließlich 1584 in den Deutschen Orden aufgenommen und bereits wenige Monate später zum Koadjutor des Hoch- und Deutschmeisters mit dem Recht auf Nachfolge gewählt.

Nach einem erfolglosen Bemühen um die polnische Königskrone nach dem plötzlichen Tod des Stefan Báthory (1586–89), das in einer knapp zweijährigen Gefangenschaft gipfelte, übernahm Maximilian von 1593 bis 1595 die Statthalterschaft in Innerösterreich. 1596 und 1597 erhielt er schließlich den Oberbefehl der kaiserlichen Truppen im Langen Türkenkrieg, wodurch sich dem Deutschen Orden ein neuer Stiftungsauftrag eröffnete. Nachdem er 1598 zunächst das Statthalterschaft in Siebenbürgen antreten wollte, Sigmund Báthory jedoch unvermutet die Herrschaft dort wieder übernahm, zog sich Maximilian in seine Residenz nach Mergentheim zurück.

Als ihm nach dem Prager Rezeß von 1602 die Regentschaft über Tirol und die Vorlande übertragen wurde, verlegte Maxmilian seine Residenz nach Innsbruck. Zahlreiche Reisen, meist diplomatischen Inhaltes, führten ihn in weite Teile Europas. Insgesamt war die Zeit seiner Regentschaft geprägt durch die Fortsetzung der inneren Konsolidierung der Alten Kirche, eine sparsame Haushaltsführung und ein großes Engagement für die eigene Dynastie, wobei ihm die durch seine Position als Hoch- und Deutschmeister ermöglichten Beziehungen im Reich sehr zustatten kamen. Maximilian starb 1618 in Wien und wurde seinem Wunsch gemäß in der St. Jakobskirche in Innsbruck begraben.

Im Zentrum dieser Forschungsarbeit steht die Bibliothek, die Maximilian in der Hofburg zu Innsbruck hinterlassen hat. Einblick in dieselbe gewährt ein Katalog aus dem Jahr 1619 (DOZA Wien, Hs. 128), der dem Verlassenschaftsinventar beigefügt ist.4 Auf 199 Blättern werden 1744, teilweise mehrere Bücher umfassende Werke, darunter etwa 200 Handschriften, größtenteils mit Individualsignaturen aufgelistet. Die Schönheit und Deutlichkeit der Schrift insbesondere bei Abschnittsanfängen sowie die übersichtliche Anordnung der Titel lassen eine große Sorgfalt erkennen. Zudem sind die meisten Bücher mit Autor, Kurzfassung des Titels (seltener der gesamte Titel), Erscheinungsort (oder Offizin) und -jahr sowie Format bibliographisch sehr gut erfasst. Möglicherweise kann diese Genauigkeit auf das Interesse zurückgeführt werden, das Erzherzog Maximilian zu seinen Lebzeiten der bibliothekarischen Arbeit entgegenbrachte. Ein Hinweis liefert uns hierfür die Tatsache, dass Wilhelm Langseisen, der 1602 in Wiener Neustadt Bücher einpacken und katalogisieren sollte, um sie schließlich teilweise nach Innsbruck zu überführen, in einem Brief bei ihm persönlich um Entschuldigung bat, »da ich etwo mit einschraiben der geschribene piacher thitlan gefaildt hete«.5 Des weiteren dürfte die erste Katalogisierung der Deutschordens-Bibliothek in Mergentheim im Jahre 1602 wohl auf die Initiative Maximilians zurückgeführt werden.6

Der Katalog verzeichnet die Bücher in acht Großgruppen, die jeweils mehrere stationes umfassen:

1. Tituli Librorum Precariorum Omnis Generis (277)7
2. Tituli Librorum Theologicorum (530)
3. Tituli Librorum Historicorum Omnis Generis (368)
4. Tituli Librorum Medicinalium Omnis Generis (165)
5. Tituli Librorum De Architectura, Mathematica, Astrologia: varijs rerum et historiarum imaginibus (210)
6. Tituli Librorum Cum Sacrorum Tum Profanorum (74)
7. Tituli Librorum Omnis Generis de militia sive rebus bellicis (73)
8. Allerley Bücher so sonderbar neben dem Ersten Casten in der Bibliotheckh zur rechten hanndt am boden ligen (47)
Die Hofbibliothek Erzherzog Maximilians III. (1558–1618). Analyse und Rezeption.

Diese Grobgliederung ermöglicht zwar einen ersten Überblick über die vorhandenen Thematiken, lässt jedoch aufgrund von Unschärfen in der Einordnung der Werke nicht immer unmittelbar auf die in den diversen Gruppen vorhandenen Bücher schließen und unterschlägt so manches Werk. Für eine möglichst genaue quantitative Analyse wird daher das Heranziehen eines anderen Ordnungsprinzipes notwendig sein.8

Vorerst kann festgehalten werden, dass etwa die Hälfte aller Drucke und Handschriften zur Gruppe der Theologica zählt und aufgrund ihrer inhaltlichen Breite auf einen theologisch äußerst vielseitig interessierten Besitzer schließen lässt. Auffallend ist des weiteren die hohe Anzahl an historischen Werken, insbesondere zur Geschichte des Hauses Habsburg und des Deutschen Ordens, zu denen Maximilian auch selbst Werke in Auftrag gegeben hat. Insbesondere die vierte Gruppe spricht zudem für ein großes naturwissenschaftliches Interesse, sei es für die praktische Arzneikunst, sei es für die Tier- und Pflanzenkunde. Mit seinem Bruder, dem späteren Kaiser Rudolf II., verband ihn eine Neigung für die Alchemie, die neben den zahlreich vorhandenen Schriften auch darin zum Ausdruck kam, dass bei Hofe die chemische Küche nicht fehlte und verschiedene Alchemisten immer wieder sein Vertrauen zu gewinnen wussten. Mehrere Bücher zeugen außerdem von der Begeisterung Maximilians III. für die Geographie im allgemeinen, für Reisebeschreibungen und ethnographische Darstellungen im speziellen, wie verschiedene Berichte über Reisen ins Heilige Land sowie über die Sitten und die Christianisierung in Amerika, Japan und China belegen.

Überwiegend aktuelle Schriften zur Kriegskunst spiegeln das Interesse des Erzherzogs an militärischen und kriegerischen Unternehmungen wider. Keine eigene Gruppe bilden die juristischen und staatstheoretischen Werke sowie die Verwaltungsliteratur, die erstaunlicherweise beinahe vollständig fehlen. 9 Dies mag nur dadurch zu erklären sein, dass diese Bibliothek tatsächlich eine private Büchersammlung darstellt. Auch das schöngeistige Schrifttum ist mit Ausnahme der Klassiker wie Ovid, Vergil und Cicero, die nach Brunner zum Grundbestand jeder Adelsbibliothek am Beginn des 17. Jahrhunderts zählen, kaum vertreten. Die Dichtung des deutschen Mittelalters fand nur in Form des Teuerdanks Eingang in diese Bibliothek.

Insgesamt wird zu klären sein, welche Bücher »als überall vorhandenes und selbstverständlich vorauszusetzendes Geistesgut«10 anzusehen sind, welche hingegen Besonderheiten dieser Büchersammlung darstellen?

Bei der sprachlichen Zusammensetzung ist eine klare Dominanz des Lateinischen erkennbar. Nur ein knappes Viertel der Werke ist in Deutsch verfasst. Daneben finden sich Schriften in italienischer, französischer, spanischer, vereinzelt auch in griechischer, niederländischer und flämischer Sprache. Erstaunlich erscheint die äußerst geringe Anzahl an spanischsprachigen Texten, zumal die Mutter des Erzherzogs aus Spanien stammte. Weiters fällt die Tatsache auf, dass zahlreiche Bücher nicht in der Originalsprache, sondern in Übersetzungen vorliegen, wobei Übersetzungen vom Lateinischen ins Deutsche und Italienische bzw. umgekehrt belegen, dass Maximilian III. nicht so großen Wert auf die Originalausgabe eines Werkes legte, sondern eine ganz bestimmte, meist wohl die jüngste Ausgabe besitzen wollte. Diese zeitliche Komponente zeigt sich auch in vielen angefügten Bemerkungen der Übersetzungen: »und anjetzo verteutscht«, »novamente tradotta«, »nunc recens«.

Die hohe Aktualität der Büchersammlung lässt sich zudem anhand der Erscheinungsdaten der Drucke sehr anschaulich belegen: Nur zehn Werke sind zu den Wiegendrucken zu rechnen; ab 1539 ist jedes Jahr einschließlich des Todesjahres Maximilians mit mindestens einem Werk vertreten, wobei der Großteil der Bücher zwischen 1580 und 1615 gedruckt worden ist. Einen Zusammenhang zwischen Erscheinungsjahr und sachlichen Schwerpunkten, der auf besondere Interessen Maximilians III. in bestimmten Lebensabschnitten Hinweise geben könnte, konnte ich bislang noch nicht erkennen. Allerdings ist wohl auch das Erscheinungsjahr eines Buches nicht zwingend mit dem Jahr, in dem es gekauft wurde, gleichzusetzen.

Eine Auswertung der verschiedenen Druckorte sollte schließlich Rückschlüsse auf den Buchhandel um 1600 in Europa ermöglichen. Insgesamt sind 94 Orte angeführt, die heute in Deutschland, in Frankreich, in Italien, in den Niederlanden, in Österreich, in der Schweiz, in Spanien, in Polen, in Großbritannien und in Tschechien liegen.

Neben der genannten quantitative Analysen soll ebenso der Entstehung der Bibliothek nachgegangen werden: Erzherzog Maximilian dürfte 1602 wohl einen ansehnlichen Bücherschatz mit nach Tirol gebracht haben11. Zudem widmeten ihm insbesondere Historiographen aufgrund seiner bereits oben angeführten Vorliebe für die Geschichte des habsburgischen Hauses und Theologen wegen seiner Stellung innerhalb der Alten Kirche zahlreiche Neuerscheinungen. Abgesehen vom gewöhnlichen Bücherkauf, dem es noch nachzugehen gilt, gab der Fürst selbst Werke in Auftrag und bemühte sich um den Erwerb von Büchersammlungen verstorbener Gelehrter.

Schließlich soll das weitere Schicksal der Bibliothek, insbesondere anhand einzelner Handschriften, aufgezeigt werden. Maximilians III. Nachfolger im Hochmeisteramt, Erzherzog Karl von Österreich, reihte zahlreiche Bücher in die Bestände der Deutschordensbibliothek von Mergentheim ein, die jedoch im Zuge der Säkularisation 1809 an das Königreich Württemberg übergegangen ist. Dementsprechend konnte ich vereinzelte Handschriften in der Württembergischen Landesbibliothek nachweisen. Andererseits ist urkundlich belegt, dass z.B. die Österreichischen Historien 1627 wieder nach Innsbruck gebracht wurden. Es ist wohl anzunehmen, dass das Haus Habsburg Ansprüche auf einige Bücher gestellt hat, als Johann Kaspar von Stadion die Leitung des Deutschen Ordens übernahm. Wohin diese Werke anschließend gelangt sind, wird sich im Laufe der Arbeit hoffentlich zeigen.

Die Ergebnisse der hier skizzierten Untersuchungen sollen schlussendlich dazu beitragen, den Stellenwert der Bibliothek für den geistigen Horizont des Erzherzogs Maximilian III. zu hinterfragen und diesen mit jenen anderer fürstlicher Entscheidungsträger um 1600 im Heiligen Römischen Reich zu vergleichen.

Zudem möchte ich eine Diskussion über die Bedeutung der Bibliothek für die politische Praxis Maximilians III. am Vorabend des Dreißigjährigen Krieges insbesondere hinsichtlich der Osmanenkriege, der Gegenreformation und Konfessionalisierung sowie seiner Rollen als Habsburger, Tiroler Regent und Deutschmeister ermöglichen. Aus der Zusammensetzung, die ein starkes Interesse für das politische und kulturelle Geschehen jener Zeit und eine Wertschätzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen offenbart, wird deutlich, dass die untersuchte Bibliothek vorrangig auf praktischen Gebrauch ausgelegt ist.

Das Dissertationsprojekt wird an der Universität Innsbruck, Institut für Geschichte, von Univ.-Prof. Dr. Heinz Noflatscher betreut. Ein herzlicher Dank gebührt dem »Verein zur Förderung der wissenschaftlichen Ausbildung und Tätigkeit von Südtirolern an der Landesuniversität Innsbruck«, der diese Arbeit finanziell unterstützt.

Dieser Aufsatz erschien in den Mitteilungen der Gesellschaft für Buchforschung in Österreich. Nr. 2004-2.

Fußnoten:

1 Otto Brunner: Adeliges Landleben und europäischer Geist. Leben und Werk Wolf Helmhards von Hohberg 1612–1688. Salzburg: Otto Müller Verlag, 1949, 166.

2 Auf die zentrale Rolle der Bibliotheksgeschichte für die Geistesgeschichte dürfte erstmals Konrad Burdach 1925 hingewiesen haben. (Otto Brunner: Österreichische Adelsbibliotheken des 15. bis 18. Jahrhunderts als geistesgeschichtliche Quelle. In: Ders.: Neue Wege der Verfassungs- und Sozialgeschichte. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2, 1968, 281–293, hier: 281.

3 Literatur zu Maximilian III. insbesondere: Josef Hirn: Erzherzog Maximilian der Deutschmeister. Regent von Tirol. 2 Bde. (hrsg. v. Heinrich Noflatscher). Innsbruck, 1915 (Nachdruck Bozen: Athesia, 1981). Heinz Noflatscher: Glaube, Reich und Dynastie. Maximilian der Deutschmeister (1558–1618). Marburg: Elwert Verlag, 1987.

4 Deutschordenszentralarchiv (DOZA) Wien, Ri 485: »2.10.1619 Inventar des Maximilians [...] in der fr. Burckh und sonsten befundene Verlassenschaft. [...] Hierher gehört die Beschreibung der Bibliadeckh, in einem sonderbahren Inventario begriffen. [...]«.

5 Tiroler Landesarchiv (TLA) Innsbruck, Kanzlei Ehz. Maximilian, Einlauf 1602, 18. August.

6 Heinz Finger: Untersuchungen zur Geschichte der Bibliothek des Deutschen Ordens in Mergentheim. Teil 1. In: Gutenberg-Jahrbuch 55. Mainz: Gutenberg-Gesellschaft, 1980, 325–354, hier: 337 ff.

7 Die Zahlen in den Klammern beziehen sich auf die Anzahl der in dieser Gruppe vorhandenen Werke.

8 Hierfür mag sich wohl die von Gabriel Naudé in seinem 1627 erschienen Werk Advis pour dresser une bibliothéque vorgeschlagene, auf der Fakultätsteilung der Universität beruhenden Ordnung eignen. Dementsprechend möchte ich die mittelalterlichen Hauptklassen der Theologie, Jurisprudenz und Medizin erhalten und aus den Artes verschiedene Disziplinen als Hauptklassen herausheben.

9 Im Gegensatz dazu zeichnet sich der 1602 entstandene Katalog der Mergentheimer Bibliothek durch eine sehr hohe Anzahl von juristischen Werken aus. Finger: Geschichte der Bibliothek des Deutschen Ordens in Mergentheim, 336 ff.

10 Brunner: Österreichische Adelsbibliotheken, 282.

11 Dies belegt u.a. auch der Briefwechsel zwischen Maximilian III und Wilhelm Langseisen von Juli bis September 1602. (TLA, Kanzlei Ehz. Maximilian, Auslauf 1602, 21. Juli, 3. September / Einlauf 1602, 18. August.) Daraus geht hervor, dass Langseisen auf Anforderung Maximilians drei Verzeichnisse angefertigt hat: eines über jene Bücher, die in der Burg zu Wiener Neustadt verbleiben sollten, ein anderes über jene, die er nach Innsbruck schickte und schließlich ein drittes über jene, die im Vergleich zu einem älteren Register nicht mehr vorhanden sind. Leider war es mir bislang noch nicht möglich, diese Verzeichnisse ausfindig zu machen.

Veröffentlicht am 05 Mar 2013

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