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Die Wiege der Kochkunst

Buchhändler: Antiquariat Norbert Donhofer

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Die Wiege der Kochkunst
Die zweite gedruckte Ausgabe (1500) des ältesten erhaltenen Kochbuches der römischen Antike ist nur eine von mehreren Inkunabeln, die das Wiener Antiquariat Norbert Donhofer kürzlich erworben hat.

Pfeffer, Salz, Zimt, Piment, Absynth, Olivenöl, Spargel, Zitronen, Melonen, Karotten, Mais, Raps, Tomaten, Mehl, Fisch, Fleisch, Schinken, Leber, Salami und Vieles mehr finden sich im ältesten Kochbuch der Welt – Coelius Apicius: De re coquinaria – einer Rezeptsammlung, die im 3.und 4.Jahrhundert n.Chr. im alten Rom angelegt wurde. Das Antiquariat Norbert Donhofer kann nun die zweite gedruckte Ausgabe – Venedig, Bernardinus de Vitalibus, 1500 – anbieten. Es ist eine von mehreren Inkunabeln, welche das Antiquariat Norbert Donhofer vor Kurzem erworben hat. Daneben finden sich noch eine Ausgabe von Sacrobosco’s „Sphaera mundi“ – Venedig, Ratdolt, 1485 – mit kolorierten Holzschnitten und den beigedruckten Werken des Peurbach und Regiomontanus, die erste illustrierte Ausgabe der Werke des Terenz – Lyon, Trechsel, 1493 – mit 161 Holzschnitten, oder die „Dietae salutis“ des Pseudo-Bonaventura. Ausführliche Beschreibungen erhalten Sie im Antiquariat Norbert Donhofer (www.antiquariat-donhofer.at).

Apicius, (Coelius): De re coquinaria libri decem. Suetonius Tra(n)quillus de claris gra(m)maticis. Suetonis Tra(n)quillus de claris rhetoribus. Coquinaria capita greaca ab Apitio posita haec sunt: Epimeles, Artoptus, Cepurica, Pandecter, Osprion, Trophetes, Polyteles, Tetrapus, Thalassa, Halieus, hanc Plato adulatricem medicinae appellat. Venedig, Bernadinus de Vitalibus, s.d. (1500). Mit vier Initialen in Holzschnitt. 40 ff. 4°. Einband unter Verwendung einer alten Pergamenthandschrift erneuert.

€ 14.000,00

Hain 1282; Hain-Copinger 5671; GW 2268; Goff A-922; Proctor 5539; BMC V,550; Slg.Schraemli 19; Oberlé, Fastes de Bacchus et Comus, Nr.4. Zweite Ausgabe (Editio princeps 1498) des ältesten erhaltenen Kochbuches der römischen Antike. Der Text selbst stammt wohl aus dem 3.oder 4.Jahrhundert und ist uns in zwei hochmittelalterlichen Handschriften überliefert. Die Apicius-Handschrift aus dem Kloster Fulda (9.Jahrhundert) wurde 1929 an die New Yorker Academy of Medicine verkauft, die zweite, ebenfalls aus dem 9.Jahrhundert stammende Handschrift befindet sich in der Vaticana in Rom. Als Name des Verfassers ist Apicius überliefert, was auf mehrere römische Feinschmecker dieses Namens verweist. Die neuere Forschung geht allerdings davon aus, dass es sich bei dem Text um eine über einen längeren Zeitraum immer wieder erweiterte und ergänzte Sammlung von Rezepten handelt und keiner der uns bekannten Feinschmecker mit Namen Apicius der Autor ist. Im vorliegenden Kochbuch finden sich zwar zahlreiche Rezepte, die sich allerdings von der Form, wie wir das heute kennen, deutlich unterscheiden. Es handelt sich vielmehr um kurze, kaum erläuterte Kochanregungen, da sie voraussetzten, dass der Leser mit den Grundtechniken und Kochideen seiner Zeit vertraut war. Wer in dem römischen Kochbuch Rezepte für "Orgien" oder dekadent eingerichtete Tafeln sucht, wird wohl eher enttäuscht werden. Gewürze (Pfeffer, Zimt, Absynth) und Öl (natürlich Olivenöl) nehmen prominente Plätze ein und natürlich kommt auch dem Wein ein höherer Stellenwert zu, Spargel, Zitronen. Melonen, Karotten, Mais, Raps, aber auch Mehl, Tomaten, Fisch, Schinken, Leber, Lamm, Schwein usw. geben einen guten Einblick in die Haushaltung der alten Römer. Das Buch ist heute noch populär und wird immer wieder aufgelegt, als Inkunabel ist es zweimal erschienen, obwohl - durch falsche Wiedergaben des Titels - manchmal bis zu fünf Ausgaben vermutet wurden. Das ist definitiv falsch und auch in der Datenbank des GW werden nur zwei Ausgaben angeführt. Von einem Vorbesitzer wurde das Buch, unter Verwendung einer alten Notenhandschrift auf Pergament, neu aufgebunden, Titelblatt etwas fleckig und mit unterlegter, münzgroßer Fehlstelle im weißen Rand. Die vier Initialen in Holzschnitt mit Blumen- und Rankendekor, durchgehend schönes, nur minimal gebräuntes und praktisch fleckenfreies Exemplar.

Veröffentlicht am 11 Jun 2013

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