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Von Andrea Palladio bis zu Friedrich Achleitner:
Die Sondersammlung der Bibliothek der TU Graz

Autor: Michael Truppe

Buchhändler: Matthäus Truppe Buchhandlung und Antiquariat

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Von Andrea Palladio bis zu Friedrich Achleitner:<br>Die Sondersammlung der Bibliothek der TU Graz

Viele der öffentlichen österreichischen Bibliotheken besitzen Sondersammlungen, in welchen Bücher aufgrund verschiedenster Kriterien aus dem allgemeinen Bestand herausgelöst sind. Zumeist werden Bücher vor einem bestimmten Erscheinungsjahr oder besonders kostbare in der sogenannten Sondersammlung zusammengefasst.

Die Bibliothek der Technischen Universität Graz besitzt auch eine Sondersammlung, die vom Leiter der Zeitschriftenabteilung Herrn Franz Pichler seit 2010 mit betreut wird. Herr Pichler war so freundlich und hat mich als Vertreter des Verbandes der Antiquare Österreich empfangen und zu einer kleinen Führung eingeladen.

Ich traf Herrn Pichler in seinem Großraumbüro im Erdgeschoss des Bibliotheksturms der Technischen Universität Graz. Obwohl es sich um das Büro der Zeitschriftenabteilung handelt sind schon hier viele ältere Werke auf den Ablagen und Schreibtischen zu sehen. Im Rahmen der Umgestaltung der Bibliothek wurden die Institute angehalten, ihre Bestände bis auf einen kleinen Handapparat aufzulösen und der Hauptbibliothek zu übergeben. Diese Bestände werden gesichtet und dann zumeist in den allgemeinen Bestand übernommen. Besonders kostbare Werke werden in die Sondersammlung übernommen. Um den Preis zu bestimmen, werden die beiden großen Antiquariatsportale ZVAB und Abebooks zu Rate gezogen. Ältere Werke die dort nicht zu finden sind werden ebenfalls in die Sondersammlung übernommen.´

Von Andrea Palladio bis zu Friedrich Achleitner:<br>Die Sondersammlung der Bibliothek der TU Graz
Der zum jetzigen Zeitpunkt bearbeitete Bestand besteht aus ca. 600 Titeln von denen viele aus mehreren Bänden bestehen. Der Bestand der Sondersammlung setzt sich aus den kostbareren Werken zusammen, die einerseits von den Instituten an die Hauptbibliothek übergeben wurden. Herr Pichler konnte mir hier gleich eine schöne Palladio Ausgabe aus 1740 zeigen, die sie erst kürzlich von einem Institut bekommen haben. Unter den Büchern befinden sich besonders viele architektonische Werke. Dies erklärt sich daraus, dass mit der Fakultät für Architektur die bereits erwähnte Neuorientierung der Institutsbibliotheken schon fast abgeschlossen ist.

Der zum jetzigen Zeitpunkt bearbeitete Bestand besteht aus ca. 600 Titeln von denen viele aus mehreren Bänden bestehen. Der Bestand der Sondersammlung setzt sich aus den kostbareren Werken zusammen, die einerseits von den Instituten an die Hauptbibliothek übergeben wurden. Herr Pichler konnte mir hier gleich eine schöne Palladio Ausgabe aus 1740 zeigen, die sie erst kürzlich von einem Institut bekommen haben. Unter den Büchern befinden sich besonders viele architektonische Werke. Dies erklärt sich daraus, dass mit der Fakultät für Architektur die bereits erwähnte Neuorientierung der Institutsbibliotheken schon fast abgeschlossen ist.
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Der zweite Teil der Bücher stammt aus den in die TU übersiedelten Beständen aus dem Joanneum. (Die Technische Universität Graz ist ja aus dem 1811 von Erzherzog Johann gegründeten Joanneum hervorgegangen und im Rahmen der Teilung konnte sich die damalige Technische Hochschule eine kleine Bibliothek aus den Beständen mitnehmen). Aus diesem Bestand konnte mir Herr Pichler ein schönes Exemplar der Niederösterreich Topographie des Georg Matthäus Vischer zeigen, ein Buch das ich hier nicht vermutet hätte. Ein weiteres Highlight ist der „Entwurff Einer Historischen Architectur“ des Johann Bernhard Fischer von Erlach. Es handelt sich hier um das einzige Exemplar in einer öffentlichen Grazer Bibliothek - dies ist umso verwunderlicher als Fischer von Erlach ja in Graz geboren wurde.

Ein Blick in die Regale zeigt neben den architektonischen Werken aber auch einige klassische – dem Antiquar durchaus bekannte Werke – aus den Gebieten des Naturwissenschaft, des Maschinenbaues und der Kunstwissenschaft. Hier ist mir eine recht ansehnliche vollständige Ausgabe der Technologischen Enzyklopädie von Johann Joseph von Prechtl ins Auge gesprungen. Interessanterweise fehlen die von mir erwarteten mineralogischen und geologischen Werke fast vollständig. Immerhin war ja Friedrich Mohs bereits ein Jahr nach der Gründung des Joanneum hier als Professor tätig. Dies wurde mir auch damit erklärt, dass die aus dem Institut für Mineralogie hervorgegangenen Institute ihre Bestände noch nicht an die Hauptbibliothek übergeben haben.

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Besonderes Interesse hat der erste Jahrgang (1938) der Zeitschrift „Der Plan“ von Otto Basil hervorgerufen. Dieser ist wahrscheinlich neben der Österreichischen Nationalbibliothek das einzige auf einer österreichischen Bibliothek vorhandene Exemplar.

Neben den bearbeiteten und katalogisierten Werken ist eine annähernd gleich große Anzahl von Büchern bereits in die Regale eingestellt, die auf eine künftige Bearbeitung warten. Hier wurde auch deutlich, dass einiges einen Restaurator notwendig hat. Hier arbeitet die TU Graz mit der Universität Graz zusammen und übergibt restaurierbedürftige Bücher der dort befindliche Restaurierwerkstätte und Herrn Dipl.-Ing. Manfred Mayer.

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Ein weiterer Grund für die Überführung in die Sondersammlung ist ein interessantes Exlibris oder eine Widmung des Autos. Der Fokus auf die Exlibris erklärt sich mit dem Hobby des ehemaligen Leiters der Bibliothek Karl F. Stock. Es sei an dieser Stelle auf sein 2010 erschienenes Werk „Steirische Exlibris gestern und heute“ hingewiesen. Das zweite Kriterium – die Widmungen – wird erst seit kurzem gepflegt. So lässt sich die TU Graz immer wieder Bücher von eigenen Professoren und Gästen widmen. Hier konnte ich eine besonders nette Widmung von Friedrich Achleitner sehen.

Zurückgekommen im Büro bei Herrn Pichler kamen wir noch auf die Nutzung der Sondersammlung zu sprechen. Hier wurde ich darüber informiert, dass die Werke der Sondersammlung vor allem von den Architekten fleißig benutzt werden. Dies ist aufgrund der Gegebenheiten (kein eigenes Personal / man muss im Büro der Zeitschriftenabteilung seinen Wunsch kundtun und kann die Werke nur hier benutzen / die Werke sind zum Großteil nur im alten Zettelkatalog der TU Bibliothek zu finden) doch überraschend.

Universitätsbibliothek der TU Graz
8010 Graz, Technikerstraße 4
+43(0)316 873-6151
Fax: +43(0)316 873-6671
service.bibliothek[at]TUGraz.at
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Veröffentlicht am 27 Jun 2013

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