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Wozu braucht der Antiquar – die Antiquarin – eigentlich Bücher?

Autor: Dieter Tausch

Buchhändler: Dieter Tausch Antiquariat & Galerie

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Gedanken von Dieter Tausch über die Handbibliothek als Pension von damals und mit der Conclusio, dass der moderne Antiquar/die moderne Antiquarin Bücher vor allem zu einem brauche: Zum Spaß!

Was soll ich mit den leeren Regalflächen: VD16 ans Museum verschenkt, ADB ans Stadtarchiv verschenkt, JAP komplettest bis 1999 bei Zisska und Schauer um 800.—Euro brutto versteigert, Schottenloher ans Museum verschenkt, Kinderbuchbibliographien halbiert und einer Kollegin geschenkt, diverse Personalbibliographien an KollegInnen verschenkt, Spielkartenliteratur dezimiert und an Sammler verschenkt, Andachtsbilder-Literatur dezimiert und an Sammler verschenkt, weitere Schenkungen an Archive, Denkmalamt, Propsteien etc.etc. es wäre fortzufahren... Die komplette „Antiquitätenzeitung“ (in der Folge „kunst und auktionen“), das komplette „Philobiblion“, die komplette „Zeitschrift für Bücherfreunde“, das komplette „Aus dem Antiquariat“ wandert demnächst kostenlos ins Ferdinandeum und ich muß mich glücklich schätzen, daß die Bände dort (vorläufig) noch sicher sind.

Und ich werde auch fortfahren: Von der einst stolzen - auf vier Wohnsitze verteilten – Handbibliothek, für die ich seit 1972 geschätzte 300.000.—Euro ausgegeben habe, wird ein marginales zentrales Herzstück übrigbleiben, das meine Frau mit etwas Glück nach meinem Ableben um 30.000.—Euro veräußern wird können.

Mein Wissensvorsprung dank dieser Bibliotheken ist durch das Internet auf jenen geschrumpft, der sich in meinem Hirn und im verbleibenden Kernstück meines Handapparates (wohl ein Viertel der ehemaligen Handbibliothek) befindet: Wesentliche, im Internet (noch) nicht gescannte Spezial-Bibliographien. Sehr alte Kataloge von Kollegen und Auktionshäusern, Lustmachern mit Werken, die für meine Generation nicht mehr handelbar sind – ein paar spezielle Ecken, die mein Geheimnis bleiben - damit ist das Feld fast beschrieben, Ausnahmen und Vorlieben bleiben vor.

Zwangsläufig verblieben ist das Abonnement zum AKL (fragen Sie mich nicht warum, vielleicht weil ich Bücherliebhaber bin), Hollstein German und Dutch in der alten und neuen Reihe, weil ich schon zu lange abonniert bin, Hesselinks Neuauflage von Koemann – auch hier bin ich schon zu weit gegangen. ÖBL, KLG, KLfG und ein paar andere sind auch Familienmitglieder, denen ich die Freundschaft nicht kündigen möchte.

Aber insgesamt:“Adieu“ einer Zusatzpension der AntiquarInnen aus der Kundenkartei oder der Handbibliothek.

Dieser Artikel ist in Aus dem Antiquariat 3-4/2013 erschienen.

Veröffentlicht am 27 Jun 2013

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